Wissen und Entwicklung III
Texte des Österreichischen Nachwuchspreises für Entwicklungsforschung 2015 und 2017

Mit einem einleitenden Essay zu Armutsreduktion und sozialökologischen Transformationen

Der Reader enthält Texte, die zum „Österreichischen Nachwuchspreis für Entwicklungsforschung“ 2015 und 2017 eingereicht worden sind. 2015 stand die Vergabe unter dem Motto „Städte im Wandel. Entwicklung und Nachhaltigkeit der Städte im globalen Süden“. 2017 wurde aufgrund des „International Year of Sustainable Tourism for Development“ der Vereinten Nationen folgendes Thema vorgegeben: „Was nachhaltiger Tourismus für Entwicklung alles kann bzw. nicht kann. Forschungen und wissenschaftliche Analysen und Ideen zu den entwicklungspolitischen Potentialen des nachhaltigen Tourismus.“ Die Studien und Texte der NachwuchswissenschafterInnen sind wichtige Beiträge zur entwicklungspolitisch relevanten wissenschaftlichen Auseinandersetzung in Theorie und Praxis und tragen zu einer Vertiefung der Entwicklungsforschung in den jeweiligen Themenfeldern bei.

Andreas J. Obrecht (Hrsg.)

144 Seiten. Innsbruck, Wien, Bozen: StudienVerlag, 2018

APPEAR
Participative knowledge production through transnational and transcultural academic cooperation

APPEAR 'Austrian Partnership Programme in Higher Education and Research for Development' wird von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit finanziert und fördert Kooperationen in den Bereichen Lehre, Forschung und Management zwischen österreichischen Hochschulen und Universitäten, bzw. wissenschaftlichen Einrichtungen in insgesamt 13 Partnerländern. APPEAR ist nicht an einseitigem Wissenstransfer interessiert, sondern schafft transdisziplinäre und transnationale Räume des Lernens und gemeinsamen Forschens. Im Rahmen des seit 2009 laufenden Programmes wurden bislang 17 akademische Partnerschaften in lateinamerikanischen und afrikanischen Ländern; bzw. in Nepal realisiert, die in dem Reader vorgestellt werden. Dabei zeigen sich spannende Möglichkeiten partizipativer und transkultureller Wissensproduktion, die insbesondere auch für nachhaltige Entwicklungswege in den betroffenen Ländern von hoher Relevanz ist.


Andreas J. Obrecht (Hrsg.)
340 Seiten. Wien: Böhlau Wien, 2015

Wozu wissen wollen?
Wissen - Herrschaft – Welterfahrung
Ein Beitrag zur Wissensdiskussion aus kultur- und wissenssoziologischer Perspektive

Jahrtausendelang haben wir Menschen uns Wissen angeeignet und an nachfolgende Generationen weitergegeben. Die digitale Revolution eröffnet völlig neue Wege zur globalen Wissensproduktion und -rezeption. Wir, und nur wir, sind es, die die Lebensbedingungen auf unserem Planeten maßgeblich gestalten – im Guten und im Schlechten. Das bedeutet: völlig neue Anforderungen an unseren Umgang mit Wissen! Doch alles Wissen der Welt hilft nichts, wenn es nicht handlungsbestimmend wird und zu einer Transformation bisheriger Lebensstile und Weltordnungen beiträgt. Aber: Was ist Wissen eigentlich? Gibt es überhaupt relevantes Wissen – und wenn ja: Durch welche sozialen Übereinkünfte wird Wissen als wissenswert definiert? In welchem Verhältnis steht das Wissen, das als wichtig erachtet wird, zu den fortwährenden gesellschaftlichen Ver¬änderungen, die stets mit neuer Wissensproduktion einhergehen? In welchem Verhältnis steht das Alltagswissen zu einem wissenschaftlichen, religiösen, emotionalen, intuitiven oder auch politischen Wissen? Wie wir die Welt wahrnehmen und denken, verändert fortwährend das Antlitz dieser Erde. Ob wir uns darin in einer entfernt gelegenen Zukunft erkennen werden können, liegt allein an uns – und ob wir beitragen wollen zur schrittweisen Verwirklichung des Traums einer leidloseren Welt.


Andreas J. Obrecht
480 Seiten. Wien - Ohlsdorf: Edition Ausblick, 2014

Wissen und Entwicklung II
Ein Reader zu Theorie und Empirie in der Entwicklungsforschung
Texte zum Nachwuchspreis der Kommission für Entwicklungsforschung (KEF)

Die für diesen Reader ausgewählten Beiträge junger wissenschaftlicher Autorinnen und Autoren spiegeln ein weites Spektrum entwicklungsforscherischer Beschäftigung in Theorie und Empirie. Einerseits gilt es ergebnisorientierte Forschung zu betreiben, die Voraussetzung für problemlösendes Handeln ist oder sein könnte, andererseits die Erkenntnisgrundlagen des eigenen wissenschaftlichen Tuns immer wieder kritisch zu hinterfragen und vor dem Hintergrund einer sich rasch verändernden Welt zu reflektieren… Die Beiträge von Alexandra Grieshofer, Lorenz Probst, Romana Roschinsky und Michael Hagenlocher zeichnen sich durch Fachkenntnis, Kohärenz und Fokussierung auf den Forschungsgegenstand aus, sind sowohl analytisch als auch diskursiv gehaltvoll und decken unterschiedlichste Aspekte der Diskussionen in der Scientific Community exemplarisch ab.

 

Andreas J. Obrecht (Hrsg.)
84 Seiten. Innsbruck, Wien, Bozen: StudienVerlag, 2014

Wissen und Entwicklung
30 Jahre Kommission für Entwicklungsfragen (KEF)
Ein Reader zu Wissensproduktion und Entwicklungsforschung

Die Förderung transdisziplinärer Forschung über und für Entwicklung – insbesondere in afrikanischen Ländern –, die Betreuung von Wissenschaftsnetzwerken und die Darstellung wissenschaftlicher Inhalte innerhalb der Scientific Community und für eine interessierte Öffentlichkeit, das sind die wesentlichen Aufgaben der KEF, die vor rund 30 Jahren gegründet worden ist. Vor dem Hintergrund dieser Aufgabenbereiche werden grundsätzliche Fragen der Wissensproduktion und Wissensverteilung in der globalisierten Welt erörtert und wissenschaftliche, soziologische und sozialphilosophische Aspekte der Zusammenhänge zwischen „Wissen“ und „Entwicklung“ dargestellt. Ein Überblick über die wissenschaftlichen Aktivitäten der KEF und die Präsentation zweier aktueller Studien über Netzwerke im Feld der Entwicklungsforschung komplettieren den Reader ebenso wie eine Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der medialen Darstellung wissenschaftlicher Inhalte.


Andreas J. Obrecht (Hrsg.)
224 Seiten. Innsbruck, Wien, Bozen: StudienVerlag, 2012

Wissensallianzen für Entwicklung
EntwicklungsForschungsNetzwerk (EnFoNet)
Strukturen, Akteure & Netzwerke der österreichischen Entwicklungsforschung

Die Edition stellt die Ergebnisse einer von der ÖFSE in Kooperation mit der Kommission für Entwicklungsfragen bei der OeAD-GmbH durchgeführten Studie in anschaulicher Weise dar. Zentral war die Fragestellung "Wie ist es um Entwicklungsforschung in Österreich und um den Dialog zwischen Forschung und EZA-Praxis bestellt?" Die EnFoNet-Studie kommt u.a. zu dem Ergebnis, dass Wissensallianzen zwischen ForscherInnen unterschiedlicher Disziplinen sowie zwischen Forschung und Praxis geeignete Formen sind, um gemeinsam an der Lösung konkreter Probleme zu arbeiten. Entwicklung ist ein Themenfeld, auf dem ständig neue Phänomene und Probleme auftreten. Solide Wissensallianzen bieten die Möglichkeit, die Expertise aus unterschiedlichen Disziplinen sowie aus Praxis und Forschung von der gemeinsamen Generierung von Fragestellungen bis hin zur Erarbeitung von Lösungen optimal zu bündeln. Die EnFoNet-Studie bildet den Auftakt zum Aufbau neuer Wissensallianzen.


Nina Witjes / Andreas Novy / Matthias Schlögl / Andreas J. Obrecht
111 Seiten. Wien: Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE-Edition Band 18), 2012

Sanfte Transformation im Königreich Bhutan / Soft Transformation in the Kingdom of Bhutan
Sozio-kulturelle und technologische Perspektiven / Socio-cultural and Technological Perspectives

Das Buch analysiert gesellschaftliche und technologische Transformationsprozesse im „Land des Donnerdrachen“ vor dem Hintergrund empirischer Forschungen, die zwischen 2002 und 2007 vom Interdisziplinären Forschungsinstitut für Entwicklungszusammenarbeit (IEZ) unter der Leitung des Herausgebers durchgeführt wurden. Der empirische Teil enthält die wesentlichen methodologischen Schritte und Ergebnisse zweier Projekte im Energiebereich – Ofenbau, Strom – und stellt die sozialen, kulturellen und ökonomischen Folgen der Elektrifizierung in vier ländlichen Distrikten detailliert dar. Auf den Mahayana Buddhismus, die Praxis des Feldforschens, die Leistungen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit in Bhutan und das einzigartige Entwicklungskonzept „Gross National Happiness“ wird ebenso eingegangen wie auf die jüngsten politischen Veränderungen, die aus dem ehemaligen absolutistischen Königreich eine konstitutionelle Monarchie mit freien Wahlen gemacht haben.


Andreas J. Obrecht
271 Seiten. Wien, Weimar: Böhlau, 2010

Wozu forschen? Wozu entwickeln?
Möglichkeiten und Grenzen der angewandten Entwicklungsforschung für eine partizipative Entwicklungszusammenarbeit

Wozu forschen? Wozu entwickeln? richtet den Blick auf Alternativen zu einer Entwicklungszusammenarbeit, die jahrzehntelang einseitigen "Modernisierungskonzepten" und den ökonomischen Interessen der "Geberländer" folgte. Projekte, die "von oben" durchgeführt werden, schaffen oder verstärken Abhängigkeiten von Geldern, Know How, Technologien und Institutionen. Das diesem Buch zu Grunde liegende Verständnis von "Transformation" und "Entwicklung" untersucht dagegen Möglichkeiten selbstbestimmter "Entwicklungswege" - tritt aber auch deren Ideologisierungen entgegen. Neben einer Einführung in die "soziokulturelle Transformationsforschung" und "angewandte Entwicklungsforschung" werden vier aktuelle Forschungsprojekte des Interdisziplinären Forschungsinstituts für Entwicklungszusammenarbeit (IEZ), Linz, vorgestellt: eine ethnopsychoanalytische Auseinandersetzung mit dem informellen Sektor in afrikanischen Metropolen am Beispiel Dakars, eine entwicklungssoziologische Untersuchung über ländliche Entwicklung in Zimbabwe, die Einführung einer angepassten Ofentechnologie in ländlichen Trockengebieten des subsaharischen Afrika, sowie ein Forschungsprogramm in einer entlegenen Region Ostnepals, das die komplexen Prozesse entwicklungspolitischer Intervention dokumentiert.

Die Beiträge gehen ein auf forschungstechnische und methodologische Aspekte, auf Erhebungssituationen und Besonderheiten der Untersuchungsregion, auf den Aufbau und die Durchführung der Untersuchung, schließlich auf die Darstellung der Ergebnisse und deren Konsequenzen für weitere Forschungs- und Projekttätigkeiten. Die Autoren wollen der dialogischen Struktur des Forschungsfeldes ebenso gerecht werden wie der Aufgabe, Möglichkeiten und Grenzen einer partizipativen Entwicklungszusammenarbeit auszuloten.


Andreas J. Obrecht (Hrsg.) / Sigrid Awart, S. / Petra C. Gruber / Richard Jussel
364 Seiten. Frankfurt: Brandes & Apsel, 2004

Zeitreichtum - Zeitarmut
Von der Ordnung der Sterblichkeit zum Mythos der Machbarkeit

Vor Jahren ließ sich der Autor wochenlang auf einer menschenleeren Südpazifikinsel aussetzen, um dort etwas über die Welt und über sich selbst zu erfahren. Das Thema Zeit begleitet ihn bis heute: »Sollte mich jemand einmal fragen: Was denn die Zeit ist?, so werde ich von meinem Haus auf Grenada und meinem Kind erzählen, das mit jedem seiner sich im weißen Sand abzeichnenden Schritte jener Vorstellung von Zeit entgegenlief, die wir alle teilen.« Wer bewegt die Zeit? Wer setzt die Maßstäbe unserer Bewegungen in der Zeit? Wie entstehen unterschiedliche Wirklichkeiten in Abhängigkeit zu unterschiedlichen Zeit- und damit Denkstrukturen? Obrecht entführt seine Leserinnen auf einsame In- seln im Südpazifik, in die Savanne Ostafrikas, in das Hochland von Papua Neuguinea, in das Delta des Orinoco – auf der Suche nach einer Zeit und einer Zukunft, die in der Rastlosigkeit moderner Gesellschaften abhanden gekommen scheint. Anhand einer Fülle historischen, ethnographischen, kulturwissenschaftlichen und soziologischen Materials beginnt Obrecht eine Zeitreise in Gesellschaften, in denen Zeit nicht genutzt werden muss, um erfüllt zu sein, und endet in einer Gegenwart, in der jeder Augenblick zu einem Durchgangsstadium für das Erreichen eines Ziels geworden ist. Zwischen dem Zeitreichtum »armer« Gesellschaften und der Zeitarmut »reicher« Gesellschaften folgen wir der Fährte unterschiedlichster kultureller Identitäten und Wirklichkeitskonstruktionen. Und in dem Spiegel dieser gewesenen und gewordenen Zeit erkennen wir uns als jene, deren Zukunft mit derselben Geschwindigkeit davon läuft, mit der wir sie in die Gegenwart zu holen und in dieser zu leben trachten.


Andreas J. Obrecht
400 Seiten. Frankfurt: Brandes & Apsel, 2003

University Development Co-operation
Models of Good Practice

The system of development co-operation implemented in recent years is now being exposed to great criticism. At the centre of this system are the policies of donor countries and international organisations that carry out co-operation actions. Criticism has been aimed at both co-operation actors per se, and the policies and instruments used by them in recent years. In this respect, it is interesting to analyse the role of the university as an agent of development co-operation. The aim of this book is to gather different ideas from the North on university development cooperation with the South in order to think about what we can consider examples of good practice. We try to offer a comprehensive view of university development co-operation practices in each of the ten countries analysed. We have tried to identify the most important aspects of these practices and to evaluate the extent to which they have met with the objectives established prior to their implementation. Likewise, we have tried to measure to what extent the tools and instruments used were appropriate to the aims. Each author, within their context and from their experience, has tried to answer these questions, and to provide clarity on the existing models, their advantages and disadvantages, as well as specific examples that can clarify the successful presence of activities of development co-operation in European universities.


Pablo Beneitone / Susan Höivik / Nadia Molenaers / Andreas Obrecht / Robrecht Renard
186 Seiten. Bilbao: University of Deusto, 2003.

Die Klienten der Geistheiler
Der andere Umgang mit Krankheit, Krise, Schmerz und Tod

Wer sind jene Menschen, die in Zeiten der Krankheit, der Krise, des Schmerzes und des bevorstehenden Todes auf die hilfreichen Kräfte des Gebetes, der heilenden Hände, auf Naturgeister und Krafttiere, auf die Heiligen der katholischen Kirche, auf die Hilfe Verstorbener, auf universale kosmische Kräfte, auf Jesus Christus oder geheimnisvolle Energieplätze, kurz auf christliche und schamanische Heilrituale vertrauen? Welche Weltbilder, religiösen Vorstellungen und konkreten Lebenserfahrungen führen Hilfesuchende zu Geistheilern? Und wie verändert sich dabei die Wahrnehmung der Krankheit und des eigenen Lebens? Konkrete Fallgeschichten von bei Geistheilern in Behandlung stehenden Klientinnen und Klienten, die den Kontakt zu Geistheilern gesucht haben, Ängste, Hoffnungen, Leiderfahrungen, Enttäuschungen, Heilungen und Zukunftsperspektiven stehen im Mittelpunkt. 76% der Klienten geben an, eine eindeutige Verbesserung der subjektiven Befindlichkeit - physisch und psychisch - erfahren zu haben. Freimütig erzählen sie aus ihrem Leben und zeigen Möglichkeiten eines anderen Umgangs mit Krankheit, Krise, Schmerz und Tod. Der erste Band der umfangreichsten bislang zu diesem Thema durchgeführten Untersuchung: Die Welt der Geistheiler. Die Renaissance magischer Weltbilder erschien 1999 im Böhlau Verlag.


Andreas J. Obrecht
272 Seiten. Wien, Köln, Weimar: Böhlau, 1999

Die Welt der Geistheiler
Die Renaissance magischer Weltbilder

Die ehemalige Journalistin aus Bulgarien entdeckt, nachdem sie von einem gleißenden Licht geblendet für Stunden ohne Bewußtsein ist, ihre heilenden Fähigkeiten. Der vierundsechzigjährige Rupert aus Tirol erhält von einer alten slowenischen Bäuerin eine Kiste mit Rosenkränzen und Anleitungen zur Herstellung von Heilsalben. Heute nimmt er in der Karwoche an bis zu 2000 Menschen, die seine Hütte umlagern, Gebetsheilung vor, zum Teil mit spektakulären Heilerfolgen. Sanna aus Lappland, eine schamanische Trommlerin, die heute in Niederösterreich lebt, führt Frauen mittels Rhythmus durch die sieben Tore zur Selbsterkenntnis und Selbstheilung. Geistheilung als Alternative zur Schulmedizin boomt. Das heilende Gebet, das schamanische Krafttier, Naturgeister, christliche Heilige und der Geist der Verstorbenen kommen leidenden Menschen in der Bewältigung ihrer Situation wieder verstärkt zu Hilfe. Erstmals erzählen Heiler und Heilerinnen offen von der Entdeckung ihrer besonderen Fähigkeiten, über erfolgreiche Praktiken jenseits der Schulmedizin, die von unerklärbaren Spontanheilungen bis zu Schwarzer Magie und Liebeszauber reichen. In einem Folgeband „Die Klienten der Geistheiler” (Frühjahr 2000) werden die Krankengeschichten, Erfahrungen, Hoffnungen und Ängste aus der Sicht der Heilsuchenden dargestellt. Andreas J. Obrecht ist Ethnologe und Soziologe und lehrt an der Universität Graz mit dem Themenschwerpunkt: Magie und Säkularisierung.


Andreas J. Obrecht
180 Seiten. Wien, Köln, Weimar: Böhlau, 1999

Die Wiederbelebung der Milchwirtschaft in der Mara-Region/Tansania
The Revival of the Dairy Industry in Mara-Region/Tanzania

In diesem Buch werden die Perspektiven einer Wiederbelebung der Milchwirtschaft in der Mara-Region in Tansania auf der Basis von „Hilfe zur Selbsthilfe“ analysiert. Die Ergebnisse eröffnen optimistische Szenarien, die für die in der Mara-Region lebenden Menschen eine direkte, unbürokratische Hilfe bedeuten könnten. Die in diesem Buch dargestellten entwicklungspolitischen Alternativen zu großtechnologischen Investitionen haben sozialen und kulturellen Modellcharakter hinsichtlich Autonomie und Dezentralisierung als auch technologischen Modellcharakter in Hinblick auf Nachhaltigkeit, Verwendung lokaler Arbeitskraft, Ressourcen und Materialien.


Gerhard Kunze / Francis A. S. T. Matambalya / Andreas J. Obrecht
304 Seiten. Frankfurt: Brandes & Apsel, 1996

Panoptismus in Papua Neuguinea
Akkulturation und sozialer Wandel in ehemals segmentären Gesellschaften

Papua Neuguinea - faszinierender Inselstaat im Südpazifik. 700 linguistisch voneinander getrennte Sprachen und damit ebensoviele Kulturen verweisen auf die große Isolation, in der diese Menschen jahrtausendelang in vorwiegend patriarchalen, kriegerischen und magischen Traditionen gelebt haben. Die Blicke dieser Menschen waren durch die territorialen, ethnischen Zuschreibungen begrenzt, und es hat lange gedauert, bis der europäische Blick - der panoptische - einen Teil dieser Menschen erfaßt und zu jener Veränderung der Wahrnehmung gezwungen, verführt oder veranlaßt hat, die üblicherweise Modernisierung genannt wird: Städte statt Dörfer, Geld statt Tausch, Gott statt Magie, Schule statt Initiation, Partnerschaft statt Geschlechtertrennung, Lohnarbeit statt Jagd und Brandrodung, Saxophone statt Flöten, Kleidung statt Grasrock, Zeitung und Telefon statt Schlitztrommel, Eucharistie statt Tanz, Erlösung statt Totenreiche, Alkohol statt Betelnüsse, Monogamie statt Polygynie, Medizin statt Zauber, Flugzeuge statt Hexenflüge... Diese entwicklungs- und kultursoziologische Forschung, die sowohl auf quantitativen als auch auf qualitativen Verfahren aufbaut, analysiert die fundamentalen Veränderungsprozesse vor dem Hintergrund einer kritischen Wissenschafts- und Kolonialgeschichte.


Andreas J. Obrecht
583 Seiten. Frankfurt, New York, Wien: Peter Lang. Europäischer Verlag der Wissenschaften, 1995

Kultur des Reisens
Notizen, Berichte, Reflexionen

 

Welche Vorstellungen, Träume, unausgelebten Hoffnungen, Wunschbilder, kulturelle Erwartungen motivieren Menschen zu intensiver Reisetätigkeit? Das vorliegende Buch spürt diesen Fragen anhand von Berichten sogenannter Gesellschaftswissenschaftler nach – von Leuten also, die sich von Berufs wegen für andere Menschen und Kulturen interessieren. Die Autorinnen und Autoren des Bandes berichten über persönliches Erleben, reflektieren aber auch Sehnsüchte und Projektionen während ihrer Aufenthalte in anderen, „fremden“ Kulturen.

Mit Fotos von Willy Puchner und Beiträgen von Clemens Martin Auer, Ulrike Döcker, Thomas Fillitz, Gero Fischer, Andre Gingrich, Roland Girtler, Hans Haid, Hans-Jürgen Heinrichs, Ernst Istler, Manfred Kremser, Helmut Lukas, Andreas J. Obrecht, Norbert Polzer, Mario Prinz, Ralf Risser, Ulrike Sulikowski, Angelika Svoboda und Werner Zips über Reisen nach Irland, Rumänien, Tirol, Schweden, Indonesien, Taiwan, Neuguinea, in die Karibik und nach Afrika.


Andreas J. Obrecht / Mario Prinz / Angelika Svoboda (Hrsg.)
216 Seiten. Wien: Verlag für Gesellschaftskritik, 1992

Kunst als symbolische Wirklichkeitskonstruktion

Kunst wird in vorliegender Arbeit als universaler Kulturfaktor verstanden, als symbolischer Nachvollzug, als sinnfällige Interpretation individueller und gesellschaftlicher Wirklichkeit. Der Zugang zu dem Interaktionsfeld Künstler - Kunst - Gesellschaft, den diese Arbeit schaffen will, basiert auf der und ist bestimmt durch die Qualität der Beziehung der einzelnen zur Gesellschaft und damit durch das spezifische, unserer Kultur inhärente Ich-Bewusstsein.
Ausschlaggebend für diesen Ansatz war die Überlegung, dass man sich dem Phänomen der Kunst einmal über eine genaue Analyse der abendländischen Individualisierungsgeschichte nähern sollte, dass das Verhältnis künstlerischen Lebens und künstlerischen Schaffens ist. So werden fundamentale, unsere Kultur konstituierende Sinn-Elemente anhand theoretischer und auch empirischer Befunde reflektiert. Dabei erscheint die Kunst als ein aus diesem spezifischen Kulturverständnis resultierendes Phänomen, das zur Aufrechterhaltung, zur Modifikation, aber auch zur Veränderung kultureller Paradigmen beiträgt. Kunst wird dabei nicht durch das handelnde Subjekt, den Künstler selbst erklärbar gemacht. Kunst – als Objektivation subjektiv empfundener Wirklichkeit – wird somit als Handlungskonsequenz interpretiert, als Darstellung kulturell determinierter und individuell konstruierter Wirklichkeit, die erst durch das handelnde Subjekt manifest, nachvollziehbar und für den Soziologen analysierbar wird.


Andreas J. Obrecht
215 Seiten. Wien: Verlag der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, 1990

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